„Ein Samstag im August“ von Birgit Bachmann
*Anzeige* Ich habe einen interessanten Roman aus dem btb Verlag gelesen, den ich euch gerne vorstellen möchte:
„Ein Samstag im August“
- Herausgeber: btb Verlag
- Autor: Birgit Bachmann
- Seitenzahl: 256
- Erscheinungsdatum: 12. August 2026
- Sprache: Deutsch
- ISBN: 978-3442763641
Inhalt:
Elvira und Jobst sind auf der Heimreise aus dem Urlaub, als sie an einer Autobahnraststätte ein junges Pärchen kennenlernen, dessen Wagen liegengeblieben ist. Obwohl sich Elvira skeptisch zeigt, bietet Jobst den beiden an sie mitzunehmen – nicht ahnend, dass er und Elvira dadurch in ein Familiendrama hineingeraten, das ihre Ehe auf den Prüfstand stellen wird.
Auch für Elviras Mutter ändert sich an diesem Wochenende im August alles, denn ein gut gehütetes Geheimnis wird lüftet und zwingt sie zu einem Geständnis, das Elviras jüngerer Schwester Mona den Boden unter den Füßen wegzuziehen droht. Und da ist noch Kathi, Elviras Schwägerin, die in den nächsten Wochen nicht nur ihren Job, sondern auch die Geduld mit ihrer angeheirateten Familie verliert.
Im Verlauf eines Spätsommers sind die Frauen der Familie Wortmann dazu gezwungen, ihre Beziehungen neu zu vermessen. Und über der norddeutschen Tiefebene zieht ein Sturm auf, der alle ihre Gewissheiten hinwegfegen wird. (Klappentext)
Meine Meinung:
„Familie ist eine Flickendecke – sie kratzt, und sie wärmt.“
In dem Buch geht es um die Frauen der Familie Wortmann:
Elvira, die gerade mit ihrem Ehemann Jobst auf der Heimreise aus ihrem Urlaub ist,
Sigrid, Elviras 85-jährige Mutter,
Mona, Elviras Schwester,
Kathi, Elviras Schwägerin.
Jedes Familienmitglied hat sein eigenes Leben und damit auch sein eigenes Päckchen zu tragen.
An dem titelgebenden Samstag im August wird durch die Hilfsbereitschaft von Elvira und Jobst an der Autobahnraststätte die Dynamik, auf die sich die Handlung stützt, ins Rollen gebracht.
Sie nehmen ein Paar mit, dessen Auto liegengeblieben ist. Dadurch geraten sie ungewollt in dessen Konflikte und beginnen ihre eigenen zu hinterfragen. Elvira wird dadurch emotional so durcheinander gerüttelt, dass sich ihre Stimmung zu Hause auf den Rest der Familie überträgt. In dieser aufgewühlten Stimmung lüftet Sigrid ein jahrzehntelang gehütetes, schwerwiegendes Familiengeheimnis.
Birgit Bachmann hat die Ereignisse aus sieben wechselnden Perspektiven beschrieben, sodass man zunächst lauter lose Fäden erhält, die erst nach und nach miteinander verknüpft werden.
Ihr Schreibstil ist ruhig und bildhaft. Die Emotionen der Charaktere werden nicht immer ausformuliert, sondern stehen oft zwischen den Zeilen.
Die Handlung ist in kurze Kapitel unterteilt und liest sich dadurch flüssig und mühelos.
Dabei wird schnell deutlich, dass Ereignisse bis in die Gegenwart hineinwirken und Auswirkungen auf die gesamte Familie haben.
Im Grunde schreibt die Autorin über eine ganz normale Familie, in der es in der Vergangenheit Belastungen, Geheimnisse, Träume, den Wunsch nach Anerkennung gab und in der – bis zu diesem Samstag im August – einfach zu wenig miteinander geredet wurde.
Dabei wird uns deutlich vor Augen geführt, wie wenig wir die uns am nächsten stehenden Menschen kennen.
Mein Fazit:
Ich habe diesen ruhigen Sommerroman, bei dem es unter der Oberfläche zu brodeln beginnt, gerne gelesen. Mir gefiel die Atmosphäre des norddeutschen Spätsommers und wie die Autorin den Vergleich von Familie und Flickendecke bildhaft zum Leben erweckt. Wer Bücher mit leisen Tönen mag, liegt hier richtig.