Junge-Fahrer-Tarife: Wie Fahranfänger früh eine eigene Schadenfreiheitsklasse aufbauen können

Junge-Fahrer-Tarife: Wie Fahranfänger früh eine eigene Schadenfreiheitsklasse aufbauen können

Wenn Kinder ihren Führerschein machen, stellt sich für viele Eltern nicht nur die Frage nach dem Auto, sondern auch nach der richtigen Versicherung. Besonders ärgerlich: Junge Fahrer verursachen oft hohe Kosten, obwohl sie vorsichtig fahren – einfach, weil ihnen die Fahrpraxis fehlt.

Was viele nicht wissen: Es gibt spezielle Junge-Fahrer-Tarife, mit denen Fahranfänger schon früh eine eigene Schadenfreiheitsklasse aufbauen können, ohne dass das Familienauto teurer wird. Dieser Artikel erklärt, wie diese Modelle funktionieren und für wen sie sinnvoll sind.


Warum Fahranfänger in der Autoversicherung so teuer sind

Versicherungen kalkulieren ihre Beiträge nach Risiko.
Junge Fahrer gelten statistisch als risikoreicher, weil sie:

  • wenig Fahrpraxis haben
  • häufiger in Unfälle verwickelt sind
  • meist keine Schadenfreiheitsjahre vorweisen können

Deshalb steigen die Beiträge oft deutlich, sobald ein Fahranfänger offiziell als Fahrer eingetragen wird.


Was ist eine Schadenfreiheitsklasse überhaupt?

Die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) gibt an, wie lange jemand unfallfrei gefahren ist.

Grundsätzlich gilt:

  • Je höher die SF-Klasse, desto günstiger der Versicherungsbeitrag
  • Fahranfänger starten normalerweise bei SF 0 oder SF ½
  • Ohne eigenes Auto sammelt man normalerweise keine Schadenfreiheitsjahre

Genau hier setzen spezielle Junge-Fahrer-Modelle an.


Was sind Junge-Fahrer-Tarife?

Junge-Fahrer-Tarife sind spezielle Versicherungsmodelle, die es ermöglichen, dass junge Fahrer:

  • regelmäßig Autos der Eltern nutzen dürfen
  • ohne den Fahrerkreis im Hauptvertrag zu verteuern
  • dabei eigene Schadenfreiheitsjahre sammeln, die später übernommen werden können

Sie bilden eine Art Zwischenlösung zwischen Zusatzfahrer und eigener Autoversicherung.


Gängige Modelle für junge Fahrer

Je nach Versicherung gibt es unterschiedliche Ausgestaltungen. Zwei Modelle sind besonders verbreitet:

1. Eigene Junge-Fahrer-Police

Bei diesem Modell schließt das Kind eine eigene Police als Fahranfänger ab.
Es darf alle bei den Eltern versicherten Fahrzeuge nutzen, ohne dass der Hauptvertrag angepasst werden muss.

Vorteile:

  • eigener Schadenfreiheitsrabatt
  • keine Beitragserhöhung beim Familienauto
  • guter Einstieg in die eigene Versicherungshistorie

Zu beachten:

  • monatliche Zusatzkosten
  • meist an bestimmte Altersgrenzen gebunden

2. Young-Driver-Tarife

Diese Tarife richten sich speziell an Fahranfänger im Alter von etwa 17 bis 24 Jahren.

Typisch ist:

  • Nutzung aller beim Versicherer gemeldeten Fahrzeuge
  • kein Einfluss auf den Beitrag der Eltern
  • nach ein oder zwei Jahren Übernahme einer besseren SF-Klasse beim ersten eigenen Auto

Solche Tarife sind oft flexibel kündbar und gut kalkulierbar.


Telematik-Tarife: Sparen durch umsichtiges Fahren

Zusätzlich oder alternativ bieten viele Versicherer Telematik-Tarife an.

Dabei wird das Fahrverhalten per App oder Gerät erfasst, z. B.:

  • Beschleunigen
  • Bremsen
  • Kurvenverhalten
  • Tageszeiten der Fahrten

Wer vorausschauend fährt, kann Beitragsrabatte von bis zu 30 Prozent erhalten.

Für wen Telematik sinnvoll sein kann

  • vorsichtige Fahranfänger
  • technikaffine junge Erwachsene
  • Familien, die Beiträge langfristig senken möchten

Wichtig: Das Fahrverhalten wird ausgewertet – das sollte vorher offen besprochen werden.


Für wen lohnt sich ein Junge-Fahrer-Tarif?

Diese Modelle sind besonders sinnvoll, wenn:

  • euer Kind regelmäßig Auto fährt
  • noch kein eigenes Auto geplant ist
  • ihr langfristig Versicherungsbeiträge sparen möchtet
  • das Kind früh Verantwortung übernehmen soll

Weniger sinnvoll sind sie, wenn:

  • das Kind nur sehr selten fährt
  • bald ein eigenes Auto angeschafft wird

Wie Eltern gut unterstützen können

Junge-Fahrer-Tarife sind eine gute Gelegenheit, um gemeinsam über:

  • Verantwortung
  • Kosten
  • langfristige Planung

zu sprechen.

Sinnvoll ist:

  • gemeinsam bei der Versicherung nachzufragen
  • verschiedene Modelle durchzurechnen
  • nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Bedingungen zu achten

So lernt euer Kind früh, Versicherungen bewusst zu verstehen – statt sie einfach „mitlaufen zu lassen“.


Überblick behalten mit der Checkliste

Alle wichtigen Punkte rund um Auto, Versicherung und Volljährigkeit findet ihr auch kompakt hier:

➡️ Zur Checkliste zur Volljährigkeit


Der große Zusammenhang für Eltern

Den kompletten Überblick rund um den 18. Geburtstag findet ihr in unserem Hauptartikel:

➡️ 18. Geburtstag: Checkliste zur Volljährigkeit für Eltern


📌 Fazit

Junge-Fahrer-Tarife können eine clevere Zwischenlösung sein: Sie entlasten das Familienbudget und helfen jungen Fahrern, früh eine eigene Schadenfreiheitsklasse aufzubauen. Wer sich rechtzeitig informiert und vergleicht, kann langfristig viel Geld sparen.

Eva

Ich bin seit 2008 Produkttesterin, seit 2011 mit dem eigenen Produkttestblog. In meinem Blog schreibe ich über Online-Shops, Produktneuheiten, Freizeitaktivitäten und Reiseziele für Familien und starte wöchentlich Gewinnspiele und Testaktionen für meine Leser.