Vorsorgevollmacht ab 18: Warum Eltern plötzlich nichts mehr entscheiden dürfen

Vorsorgevollmacht ab 18: Warum Eltern plötzlich nichts mehr entscheiden dürfen

Mit dem 18. Geburtstag wird euer Kind volljährig – und damit rechtlich selbstständig. Was viele Eltern überrascht: Ab diesem Moment dürft ihr im Ernstfall keine Entscheidungen mehr für euer Kind treffen, auch nicht bei Krankheit oder Unfall.

Genau hier wird die Vorsorgevollmacht relevant. In diesem Artikel erfahrt ihr, warum sie ab 18 so wichtig ist, was sie regelt und wie ihr das Thema gemeinsam angehen könnt.


Was ändert sich rechtlich mit der Volljährigkeit?

Bis zum 18. Geburtstag dürfen Eltern automatisch:

  • medizinische Entscheidungen treffen
  • Auskünfte von Ärzt:innen erhalten
  • Behördenangelegenheiten regeln

Mit dem 18. Geburtstag endet diese Vertretungsbefugnis sofort und vollständig.

👉 Das bedeutet:
Ohne Vollmacht dürft ihr nicht einmal Auskunft bekommen, selbst wenn euer Kind im Krankenhaus liegt.


Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Mit einer Vorsorgevollmacht legt euer Kind fest, wer es vertreten darf, wenn es selbst nicht entscheidungsfähig ist – etwa durch:

  • Unfall
  • schwere Krankheit
  • Bewusstlosigkeit

Die bevollmächtigte Person darf dann je nach Umfang:

  • medizinische Entscheidungen treffen
  • Behörden- und Versicherungsangelegenheiten regeln
  • Post öffnen und Verträge verwalten

Warum ist eine Vorsorgevollmacht auch für junge Erwachsene sinnvoll?

Viele denken: „Das braucht man doch erst im Alter.“
Das stimmt so nicht.

Unfälle oder plötzliche Erkrankungen können jeden treffen – auch junge, gesunde Menschen.

Ohne Vorsorgevollmacht gilt:

  • Ärzte dürfen keine Auskunft geben
  • Eltern dürfen nicht entscheiden
  • im Zweifel wird ein gerichtlicher Betreuer bestellt

Das möchten die meisten Familien vermeiden.


Wer sollte bevollmächtigt werden?

Die Entscheidung trifft allein euer Kind.

Häufig bevollmächtigt werden:

  • ein Elternteil
  • beide Eltern gemeinsam
  • eine andere vertraute Person

👉 Wichtig ist:

  • absolutes Vertrauen
  • klare Kommunikation
  • Verständnis für die Verantwortung

Die bevollmächtigte Person sollte wissen, wo die Vollmacht aufbewahrt wird.


Was sollte in einer Vorsorgevollmacht geregelt sein?

Typische Bereiche sind:

  • Gesundheitsangelegenheiten
  • Aufenthaltsbestimmung
  • Behörden- und Versicherungsfragen
  • Vermögensangelegenheiten

Nicht jede Vollmacht muss alles regeln. Sie kann individuell angepasst werden.


Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung & Betreuungsverfügung – was ist der Unterschied?

Viele Begriffe werden verwechselt:

  • Vorsorgevollmacht:
    Wer darf handeln?
  • Patientenverfügung:
    Was soll medizinisch geschehen?
  • Betreuungsverfügung:
    Wen soll das Gericht einsetzen, falls nötig?

👉 Für junge Erwachsene ist die Vorsorgevollmacht meist der wichtigste erste Schritt.


Wie ihr das Thema sensibel ansprechen könnt

Das Thema ist emotional – deshalb ist der Umgang entscheidend.

Hilfreich ist:

  • ein ruhiges Gespräch ohne Druck
  • Erklärung, dass es um Absicherung, nicht Kontrolle geht
  • gemeinsame Durchsicht von Beispielen

Viele junge Erwachsene sind erleichtert, wenn sie verstehen, warum das Thema wichtig ist.


Typische Fehler, die Eltern vermeiden sollten

❌ „Das machen wir später“
❌ „Das betrifft uns hoffentlich nie“
❌ „Das ist zu kompliziert“

✔ Besser:

  • rechtzeitig informieren
  • einfache Lösungen nutzen
  • das Kind selbst entscheiden lassen

Überblick behalten mit der Checkliste

Die Vorsorgevollmacht ist ein wichtiger Punkt rund um die Volljährigkeit.
Alle Themen findet ihr auch gesammelt hier:

➡️ Zur Checkliste zur Volljährigkeit


Der große Zusammenhang für Eltern

Wenn ihr euch umfassend informieren möchtet, findet ihr hier den Überblick:

➡️ 18. Geburtstag: Checkliste zur Volljährigkeit für Eltern


📌 Fazit

Die Vorsorgevollmacht ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern von Verantwortung. Sie stellt sicher, dass im Ernstfall die richtigen Menschen entscheiden dürfen – auch bei jungen Erwachsenen.

Wer sich einen ersten Überblick verschaffen möchte, findet in diesem Ratgeber eine verständliche Einführung in Vorsorgethemen – ohne juristische Fachsprache.

Ein strukturierter Vorsorgeordner kann helfen, wichtige Unterlagen übersichtlich an einem Ort zu sammeln – gerade rund um den 18. Geburtstag.

Eva

Ich bin seit 2008 Produkttesterin, seit 2011 mit dem eigenen Produkttestblog. In meinem Blog schreibe ich über Online-Shops, Produktneuheiten, Freizeitaktivitäten und Reiseziele für Familien und starte wöchentlich Gewinnspiele und Testaktionen für meine Leser.