Auto & Versicherung nach dem 18. Geburtstag: Zusatzfahrer oder eigenes Auto – was ist sinnvoller?
Spätestens mit dem 18. Geburtstag und dem Führerschein stellt sich in vielen Familien die gleiche Frage:
Soll das Kind weiterhin das elterliche Auto fahren oder ist ein eigenes Fahrzeug sinnvoll?
Und vor allem: Welche Versicherungsvariante ist günstiger und sicherer?
In diesem Artikel erfahrt ihr, worauf Eltern achten sollten, welche Optionen es gibt und welche Lösung in welcher Lebensphase Sinn macht.
Was ändert sich mit der Volljährigkeit beim Autofahren?
Mit dem 18. Geburtstag ist euer Kind voll haftbar – auch im Straßenverkehr.
Das bedeutet:
- Schäden werden dem Fahrer zugerechnet
- Versicherungen prüfen genau, wer gefahren ist
- falsche Angaben können teuer werden
Deshalb ist es wichtig, die Versicherung korrekt anzupassen, sobald das Kind regelmäßig Auto fährt.
Variante 1: Euer Kind als Zusatzfahrer im Familienauto
Für viele Familien ist das die erste und einfachste Lösung.
Vorteile:
- kein eigenes Auto nötig
- meist günstiger als ein eigener Versicherungsvertrag
- unkompliziert im Alltag
Das solltet ihr beachten:
- Das Kind muss bei der Versicherung als Fahrer eingetragen sein
- Je jünger der Fahrer, desto höher meist der Beitrag
- Bei Unfällen steigt die Schadenfreiheitsklasse der Eltern
👉 Tipp aus dem Familienalltag:
Fragt gezielt nach Tarifen für Fahranfänger oder junge Fahrer – hier gibt es große Unterschiede.
Variante 2: Eigenes Auto auf den Namen der Eltern (Zweitwagenregelung)
Eine beliebte Übergangslösung ist ein eigenes Auto, das auf die Eltern versichert wird.
Vorteile:
- günstiger Einstieg in die Autoversicherung
- Nutzung der Schadenfreiheitsklasse der Eltern
- oft deutlich billiger als ein Vertrag auf den Namen des Kindes
Nachteile:
- das Auto gehört rechtlich den Eltern
- Versicherungsrabatte sammelt das Kind noch nicht selbst
Diese Lösung eignet sich gut für:
- Azubis
- Studierende
- junge Berufseinsteiger
Variante 3: Eigenes Auto auf den Namen des Kindes
Langfristig sinnvoll – aber meist die teuerste Variante.
Vorteile:
- das Kind sammelt eigene Schadenfreiheitsjahre
- volle Eigenständigkeit
- klare Verantwortlichkeiten
Nachteile:
- sehr hohe Beiträge für Fahranfänger
- besonders teuer bei leistungsstarken Autos
👉 Tipp:
Ein günstiges, älteres Auto mit geringer Typklasse kann die Kosten deutlich senken.
Versicherungskosten realistisch einschätzen
Die Kosten hängen ab von:
- Alter des Fahrers
- Fahrpraxis
- Fahrzeugtyp
- Wohnort
- Schadenfreiheitsklasse
Deshalb lohnt sich:
- mehrere Angebote vergleichen
- verschiedene Konstellationen durchzurechnen
- nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Leistungen zu achten
Typische Fehler, die Eltern vermeiden sollten
❌ Häufige Annahmen:
- „Das merkt die Versicherung schon nicht“
- „Ab und zu fahren ist egal“
- „Das Kind ist automatisch mitversichert“
✔ Besser:
- Änderungen sofort melden
- Fahrer korrekt eintragen
- Versicherung regelmäßig überprüfen
Falsche Angaben können im Schadenfall zu Leistungskürzungen oder Problemen führen.
Wie Eltern ihr Kind gut begleiten können
Das Thema Auto ist ideal, um über Verantwortung zu sprechen:
- Kosten realistisch einschätzen
- Risiken verstehen
- bewusst Entscheidungen treffen
Sinnvoll ist es:
- gemeinsam Verträge durchzugehen
- Versicherungsbegriffe zu erklären
- Vor- und Nachteile offen abzuwägen
So lernt euer Kind, verantwortungsvoll mit Mobilität umzugehen.
Sonderlösung: Junge-Fahrer-Tarife zum Aufbau einer eigenen Schadenfreiheitsklasse
Viele Eltern wissen nicht, dass es inzwischen spezielle Tarife für junge Fahrerinnen und Fahrer gibt. Sie ermöglichen es, schon während der ersten Fahrjahre eine eigene Schadenfreiheitsklasse aufzubauen, ohne dass das Familienauto teurer wird.
Solche Modelle sind besonders interessant, wenn euer Kind regelmäßig fährt, aber noch kein eigenes Auto hat.
Zwei gängige Modelle im Überblick
1. Junge-Fahrer-Policen einzelner Versicherer
Einige Versicherungen bieten eigenständige Policen für junge Fahrer an. Dabei darf das Kind alle bei den Eltern versicherten Fahrzeuge nutzen, ohne dass der Fahrerkreis im Hauptvertrag angepasst werden muss.
Der große Vorteil: Das Kind sammelt eigene Schadenfreiheitsjahre, die später auf das erste eigene Auto übertragen werden können.
2. Young-Driver-Tarife
Diese Tarife richten sich häufig an Fahranfängerinnen und Fahranfänger zwischen etwa 17 und 24 Jahren.
Auch hier dürfen junge Fahrer alle beim Versicherer gemeldeten Fahrzeuge nutzen, während der Beitrag des Fahrzeughalters unverändert bleibt. Nach ein oder zwei Jahren können sie beim eigenen Auto bereits mit einer besseren Schadenfreiheitsklasse starten.
Telematik-Tarife als zusätzliche Sparmöglichkeit
Viele Versicherer bieten außerdem Telematik-Tarife an. Dabei wird das Fahrverhalten über eine App oder ein kleines Gerät ausgewertet – etwa Bremsverhalten, Beschleunigung oder vorausschauendes Fahren.
Wer defensiv fährt, kann nach einer Eingewöhnungsphase Beitragsrabatte von bis zu 30 Prozent erhalten.
Gerade für Fahranfänger kann das eine gute Möglichkeit sein, Kosten zu senken und gleichzeitig bewusster zu fahren.
👉 Unser Tipp:
Fragt direkt bei eurer Kfz-Versicherung nach speziellen Junge-Fahrer-, Young-Driver- oder Telematik-Tarifen. Die Angebote unterscheiden sich stark, können sich aber langfristig deutlich auszahlen.
Überblick behalten mit der Checkliste
Alle wichtigen Punkte rund um Auto, Versicherung und Volljährigkeit findet ihr auch kompakt hier:
➡️ Zur Checkliste zur Volljährigkeit
Der große Überblick für Eltern
Den vollständigen Zusammenhang rund um den 18. Geburtstag findet ihr hier:
➡️ 18. Geburtstag: Checkliste zur Volljährigkeit für Eltern
📌 Fazit
Ob Zusatzfahrer oder eigenes Auto – es gibt keine Lösung für alle. Wichtig ist, die Situation realistisch einzuschätzen und die Versicherung korrekt anzupassen. Mit guter Planung lässt sich viel Geld sparen – und Ärger vermeiden.