„Ein ganz normales Wunder“ von Woody Brown
*Anzeige* Ich durfte einen außergewöhnlichen Roman aus dem Verlag Kiepenheuer&Witsch lesen, den ich euch gerne vorstellen möchte:
„Ein ganz normales Wunder“
- Herausgeber: Kiepenheuer&Witsch
- Autor: Woody Brown
- Seitenzahl: 224
- Erscheinungsdatum: 03. September 2026
- Sprache: Deutsch
- Originaltitel: Upward Bound
- ISBN: 978-3-462-01648-2
Inhalt:
In einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung begegnen sich Schicksale, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist Carlos, der Pfleger mit dem unerschütterlichen Optimismus, und der junge Tom, der sich wortlos nach einer Liebe verzehrt, die unerreichbar scheint. Und da ist Walter, der nach einem schweren Schicksalsschlag versucht, die Scherben seines Lebens wieder zusammenzusetzen. (Klappentext)
Meine Meinung:
„Kannst du nicht kommunizieren, muss das bedeuten, dass du geistig zurückgeblieben bist.“
Gelungener als mit diesem Buch hätte Woody Brown uns kaum das Gegenteil beweisen können.
Mit seinem Buch gibt er Einblicke in eine Tagesstätte in Los Angeles für erwachsene Menschen mit Beeinträchtigungen. Wir begegnen dabei grundverschiedenen Menschen, die alle unterschiedliche Bedürfnisse, Schwierigkeiten, Wünsche und Hoffnungen haben.
Es wird aber nicht nur die Perspektive der Menschen mit Beeinträchtigung geschildert, sondern auch die der Betreuer. Insgesamt sind es sieben Sichtweisen, wodurch ein umfassendes Bild des Lebens in der Tagesstätte „Upward Bound“ für Erwachsene mit geistigen und körperlichen Behinderungen entsteht. Das Buch zeigt die Verknüpfung ihrer Lebenswege und regt dadurch zum Nachdenken über unsere Gesellschaft an.
Mich hat vor allem der Schreibstil des Autors begeistert. Er erzählt sehr lebendig und einfühlsam, unterhält durch seinen – teils trockenen – Humor sowie mit einer Leichtigkeit, die ich bei diesem schwierigen Thema nicht erwartet hatte.
Mein Fazit:
Mit seinem Buch hat Woody Brown Vorurteile widerlegt und gezeigt, dass auch Menschen, die nicht sprechen können, viel zu sagen haben. Er macht deutlich, dass unsere Systeme überfordert sind und Angehörige dringend Unterstützung benötigen – aber auch, dass es keine gesellschaftlichen Barrieren gibt, die nicht abgebaut werden können.